In der aktuellen Diskussion rund um Sigma hat CEO Kazuto Yamaki einen interessanten Ausblick gegeben: Sein Ziel ist es, mittelfristig eine hochwertige Kamera zu entwickeln, die das volle Potenzial des neuen 300–600mm f/4 DG OS Sports Objektivs wirklich ausreizen kann. Sigma ist zwar seit Jahren für eigenständige und teils ungewöhnliche Kamerakonzepte bekannt, doch Yamaki macht deutlich, dass er das Unternehmen künftig stärker im professionellen Fotoumfeld positionieren möchte.
Eine Kamera, die gezielt für das neue Telezoom gedacht ist
Die geplante Kamera soll nicht einfach „noch ein Modell“ werden, sondern ausdrücklich als passende Ergänzung zum 300–600mm-Objektiv dienen. Yamaki beschreibt das Vorhaben sinngemäß als persönlichen Traum: eine ernstzunehmende Kamera zu bauen, die mit genau dieser Objektivklasse ideal zusammenarbeitet. Gerade weil Sigma mit Modellen wie der sd Quattro oder auch neueren Ansätzen häufig eher Nischen bedient hat, wäre ein klarer Schritt in Richtung Profi-Segment ein bemerkenswerter Kurswechsel – und könnte den Markt durchaus in Bewegung bringen.
Spannend wird der Vergleich mit den etablierten Platzhirschen
Wenn Sigma tatsächlich eine „echte“ Profikamera entwickelt, stellt sich automatisch die Frage, wie sie sich gegen die großen Namen der Branche behaupten will. Technisch und strategisch wäre besonders interessant, welchen Fokus Sigma setzt: Geschwindigkeit, Autofokus-Performance, Robustheit, Workflow-Funktionen oder vielleicht eine besondere Bildanmutung.
Da Sigma Teil der L-Mount-Allianz ist, liegt zudem nahe, dass ein solches Modell ebenfalls auf dieses Bajonett setzen könnte. Das würde gut zur bisherigen Ausrichtung passen und könnte dem L-Mount-System insgesamt zusätzlichen Rückenwind geben.
Vollformat-Foveon bleibt ein eigenes, schwieriges Projekt
Parallel dazu arbeitet Sigma weiterhin an einer Vollformatkamera mit Foveon-Sensor. Yamaki weist jedoch darauf hin, dass es dabei noch erhebliche technische Herausforderungen gibt. Eine zeitnahe Markteinführung sei daher unsicher. Das spricht dafür, dass die erwähnte „ernsthafte“ Profikamera vermutlich nicht identisch mit dem geplanten Vollformat-Foveon-Projekt ist, sondern als separates Vorhaben betrachtet werden muss.
Wie seht ihr Sigmas Kurs?
Die Idee, dass Sigma stärker in den professionellen Kameramarkt drängt, klingt auf dem Papier nach einer spannenden Entwicklung – vor allem, weil mehr Wettbewerb oft auch mehr Innovation bedeutet. Glaubt ihr, Sigma könnte sich neben den etablierten Marken langfristig als echte Alternative positionieren? Und was müsste eine Sigma-Profi-Kamera unbedingt mitbringen, damit sie für euch interessant wäre?




