Canon setzt bei der nächsten Foto-Revolution auf 3D
Canon geht davon aus, dass die Fotografie in den kommenden Jahren vor einem grundlegenden Wandel steht – und dieser soll weniger mit immer höheren Auflösungen oder kleinen Detailverbesserungen zu tun haben, sondern mit einem Sprung von 2D zu 3D.
Auslöser für diese Einschätzung war ein Interview am Rande einer großen Fotomesse in Yokohama. Dort wurde ein hochrangiger Canon-Manager gefragt, welche einzelne Technologie die Fotografie in naher Zukunft nicht nur verbessern, sondern wirklich verändern könnte. Die Antwort fiel überraschend klar aus: Canon sieht den nächsten großen Schritt in der dritten Dimension.
Warum 3D als „nächste Realität“ gilt
Begründet wurde dieser Ausblick mit einem einfachen Gedanken: Ein Foto ist immer das Ergebnis eines Versuchs, Realität möglichst glaubwürdig festzuhalten. Und 3D kann – zumindest in der Theorie – deutlich stärker vermitteln, wie sich eine Szene „wirklich“ anfühlt, weil Tiefe und räumliche Wirkung hinzukommen.
Spannend ist dabei, dass Canon das Thema „Realität“ noch weiter fasst. Zur echten Wahrnehmung gehören schließlich nicht nur Formen und Farben, sondern auch Dinge wie Geräusche, Temperatur, Wind oder Gerüche. Die Idee: Langfristig könnten Technologien entstehen, die deutlich mehr als nur ein flaches Bild aufzeichnen und wiedergeben.
KI und Deep Learning als Beschleuniger – aber nicht über Nacht
Gleichzeitig wurde auch deutlich gemacht, dass ein solcher Sprung nicht innerhalb kürzester Zeit vollständig umgesetzt werden kann. Gerade wenn es um das Zusammenspiel vieler „Sinnesebenen“ in einem Gerät geht, ist der technische Aufwand enorm.
Trotzdem sieht Canon in KI und Deep Learning einen wichtigen Motor, um Entwicklungszyklen zu verkürzen und neue Funktionen schneller praxistauglich zu machen. Wie viel davon in den nächsten ein bis zwei Jahren tatsächlich als fertige Produkte oder Funktionen bei Nutzerinnen und Nutzern ankommt, bleibt offen – Fortschritte werden aber klar erwartet.
Der Schritt Richtung 3D hat bei Canon bereits begonnen
Dass diese Aussagen nicht nur Theorie sind, zeigt ein Blick auf Canons bisherige Aktivitäten: Das Unternehmen investiert schon seit einiger Zeit in VR- und 3D-Lösungen. Dazu gehören unter anderem spezielle Dual-Fisheye-Objektive, mit denen sich räumliche Videos aufnehmen lassen, sowie weitere Fisheye-Entwicklungen, die das System in Richtung immersiver Inhalte ausbauen.
Fazit: 3D ist ein großes Ziel – der Zeitplan bleibt spannend
Ob Canon den Wechsel von 2D zu 3D in wenigen Jahren tatsächlich so umfassend hinbekommt, wie es die Vision andeutet, lässt sich heute schwer sicher sagen. Klar ist aber: Canon positioniert 3D nicht als Nischen-Thema, sondern als möglichen nächsten großen Entwicklungsschritt der Fotografie.




