Startseite » Technews » Insta360 kontert DJIs Patentklage: Gründer JK Liu weist Vorwürfe zurück und kündigt neue Produkte an

Insta360 kontert DJIs Patentklage: Gründer JK Liu weist Vorwürfe zurück und kündigt neue Produkte an

Insta360 reagiert auf DJIs Patentklage

Im laufenden Patentstreit zwischen DJI und Insta360 hat sich nun Insta360-Gründer JK Liu öffentlich und ausführlich zu Wort gemeldet. In seinem Statement weist er die gegen sein Unternehmen erhobenen Vorwürfe klar zurück und erklärt zugleich, wie er die Situation einschätzt und welche Schlüsse Insta360 daraus zieht.

„Unsere Innovationen sind eigenständig entstanden“

Liu betont, dass Ideen und technische Entwicklungen bei Insta360 unabhängig entstanden seien. Als einziges potenziell relevantes Patent im Zusammenhang mit Flugsteuerung nennt er eine Funktion, die eine Art FPV-ähnlichen „Building Dive“ per Knopfdruck ermöglichen würde. Diese Idee, so Liu, gehe auf ihn persönlich zurück.

Gleichzeitig relativiert er die praktische Bedeutung: Unter den aktuellen Flugbeschränkungen sei ein solches Patent ohnehin kaum sinnvoll nutzbar. Die Funktion sei deshalb nie in ein Produkt eingeflossen. Sein Kommentar dazu fällt deutlich aus: Wenn DJI dieses Patent wirklich haben wollte, hätte man nach seiner Darstellung auch einfach danach fragen können.

Vorwurf der verschleierten Erfinderangaben

Einen weiteren Kritikpunkt – nämlich dass bei Patentanmeldungen Erfindernamen absichtlich verschleiert worden seien – weist Liu ebenfalls zurück. Er erklärt, dass es bei vielen inländischen Patentanmeldungen üblich sei, Namen zunächst nicht zu nennen und erst später offenzulegen. Als einen Grund nennt er den Schutz von Mitarbeitenden vor gezieltem Abwerben.

Außerdem verweist er darauf, dass viele der drohnenbezogenen Patentanmeldungen, um die es geht, bereits mehrere Jahre alt seien. Seitdem habe sich die Produktplanung stark verändert, und zahlreiche Patente seien letztlich gar nicht in reale Produkte eingeflossen.

Gegenvorwürfe: Auch DJI könnte Patente verletzen

Liu dreht die Perspektive im Statement um und erhebt seinerseits Vorwürfe: DJIs 360-Grad-Kamera sowie Action-Kameras könnten seiner Ansicht nach möglicherweise in den Schutzbereich mehrerer Insta360-Patente fallen. Insta360 habe jedoch bewusst darauf verzichtet, diesen Weg über Klagen zu gehen.

Seine Begründung: Als kleineres Unternehmen mit begrenzten Ressourcen setze man Prioritäten eher bei Innovation als bei Rechtsstreitigkeiten. Zur möglichen Motivation etablierter Wettbewerber äußert er sich ebenfalls klar: Unternehmen, die Marktanteile verlieren, reagierten oft besonders empfindlich.

Wachstum und Produktpläne für die nächste Zeit

Neben der juristischen Einordnung nutzt Liu das Statement auch, um Selbstbewusstsein zu demonstrieren. Er beschreibt das vierte Quartal 2025 als das stärkste Wachstumsquartal des Unternehmens seit Jahren. Für das laufende Jahr kündigt er mehrere neue Produkte an – unter anderem in den Bereichen Gimbal-Kameras, Ansteckmikrofone sowie eine weitere Drohne.

„Wir haben keine Angst vor Patentstreitigkeiten“

Insta360 zeigt sich laut Liu grundsätzlich kampfbereit. Er verweist auf einen früheren Patentstreit mit GoPro, in den das Unternehmen nach eigenen Angaben einen hohen Betrag investiert habe – und den man deutlich für sich entscheiden konnte.

Trotzdem stellt Liu klar: Rechtsstreitigkeiten seien für Insta360 das letzte Mittel. Aktiv würde man Patente vor allem dann einsetzen, wenn das Unternehmen daran gehindert würde, neue Produkte auf den Markt zu bringen oder in einer Kategorie weiter zu innovieren – etwa, wenn man keine Drohnen mehr entwickeln dürfte. In so einem Fall, macht er unmissverständlich deutlich, würde Insta360 mit voller Härte reagieren.


Marvin Sengera

Über Marvin Sengera

Marvin Sengera ist ein Fotograf aus Paderborn mit einem besonderen Blick für Landschaften und einzigartige Momente. Seit 2013 erkundet er mit seiner Kamera die Welt, angefangen bei der Landschafts- und Astrofotografie. Mit seinem Hintergrund im Informatikstudium und seiner Technikbegeisterung bringt er eine analytische Herangehensweise in seine Arbeit ein. Dabei nutzt er das Canon R System, um seine kreativen Visionen präzise umzusetzen. Seit 2016 bietet er seine Dienste professionell an und hat sein Portfolio um Eventfotografie, Sportfotografie und Portraitfotografie erweitert. Ob auf Reisen oder in seiner Heimat, Marvin hält stets besondere Augenblicke in beeindruckenden Bildern fest.

E-Mail | WhatsApp | Instagram | Threads | YouTube


Neuste Nachrichten