Die kompakte Gimbal-Kamera DJI Osmo Pocket 4 lässt offenbar weiter auf sich warten. Während DJI weiterhin keine offizielle Ankündigung macht, bringt sich mit der neuen Luna nun Insta360 als Konkurrenz in Position.
Die Veröffentlichung verschiebt sich erneut
Ursprünglich wurde die Osmo Pocket 4 für Dezember 2025 erwartet. Seitdem hat sich der Termin jedoch mehrfach nach hinten verschoben. Aktuell gilt für das Standardmodell ein Zeitraum zwischen Februar und März 2026 als wahrscheinlich.
Noch länger dürfte es bei der Pro-Variante dauern: Hier wird derzeit mit einem Marktstart erst im Mai oder Juni gerechnet. Als möglicher Hauptgrund für die Verzögerungen werden nicht fertig entwickelte Zubehörteile genannt. Zusätzlich könnten auch regulatorische Themen aus den USA, die Ende 2025 für Unsicherheit sorgten, den Zeitplan beeinflusst haben.
Obwohl DJI selbst bislang schweigt, deuten verschiedene Hinweise darauf hin, dass die Geräte bereits weit fortgeschritten sind. Dazu zählen behördliche Unterlagen, aufgetauchte Verpackungsdetails sowie Hinweise aus dem Handel, die zusammen ein relativ klares Bild der kommenden Modelle zeichnen.
DJI Osmo Pocket 4: Erwartete Verbesserungen beim Standardmodell
Beim Standardmodell soll DJI laut den bisherigen Informationen weiterhin auf einen 1-Zoll-CMOS-Sensor setzen. Trotzdem sind mehrere spürbare Upgrades im Gespräch.
So soll die Pocket 4 4K-Video mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde ermöglichen und damit deutlich mehr Zeitlupen-Spielraum bieten als der Vorgänger. Auch das Display soll überarbeitet werden: Ein 2-Zoll-OLED-Bildschirm mit höherer Helligkeit und verbesserter Bildwiederholrate steht im Raum.
Bei der Akkulaufzeit wird ebenfalls ein Schritt nach vorn erwartet. Statt rund zweieinhalb Stunden könnten künftig über 200 Minuten möglich sein. Dazu kommen ein verbesserter Autofokus mit Gesichts- und Objektverfolgung sowie die Option, direkt aus der passenden App heraus zu Livestreaming-Plattformen zu senden.
DJI Osmo Pocket 4 Pro: Deutlich mehr Technik und neue Zielgruppe
Die Pro-Variante soll deutlich ambitionierter ausfallen und sich stärker an Nutzer richten, die mehr kreative Flexibilität und Bildqualität erwarten. Im Gespräch ist ein Dual-Kamera-Setup mit zwei 1/1,1-Zoll-Sensoren: ein Weitwinkel- und ein Telemodul. Dadurch könnte ein optischer Zoom im Bereich von etwa zwei- bis vierfach möglich werden.
Zusätzlich wird eine Integration der Hasselblad-Farbabstimmung erwähnt, wie man sie von DJIs Drohnen kennt. Auf der Videoseite stehen 6K-Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde sowie 4K mit 120 Bildern pro Sekunde im Raum. Außerdem soll ein weiterentwickeltes KI-Tracking (ActiveTrack 7.0) Teil des Pakets sein.
Die Zweiteilung in Standard- und Pro-Modell wirkt wie eine klare Strategie: Die normale Pocket 4 als praktisches Upgrade für Vlogging und Content Creation, die Pro-Version für anspruchsvollere Produktionen. Hinweise deuten außerdem darauf hin, dass die Zertifizierung des Standardmodells bereits abgeschlossen ist und die Produktion angelaufen sein könnte.
Insta360 Luna: Neue Vlogging-Kamera als direkte Ansage
Während DJI weiter abwartet, hat Insta360 seine erste dedizierte Vlogging-Kamera offiziell angeteasert: die Insta360 Luna. Ein gezeigter Teaser weist ebenfalls auf ein Dual-Kamera-Setup hin, das in eine ähnliche Richtung wie eine mögliche Osmo Pocket 4 Pro geht.
Nach bisherigen Informationen soll das System aus einem Weitwinkelmodul für klassische Vlog- und Selfie-Situationen sowie einem Telemodul für längere Brennweiten bestehen. Ein Zoom bis etwa zum dreifachen Bereich wird erwartet. Gleichzeitig betont Insta360, dass die Luna nicht einfach nur eine weitere Pocket-Kamera sein soll, sondern ein eigenständiges Produktkonzept verfolgt.
Der Release wird in der ersten Jahreshälfte 2026 erwartet. Ob das von Beginn an weltweit gilt oder zunächst nur regional, ist derzeit offen. Sollte Insta360 den Zeitplan halten, könnte die Luna zeitlich sogar vor einer möglichen Osmo Pocket 4 Pro verfügbar sein — und damit den Druck auf DJI erhöhen.
Der Markt wird enger: Weitere Anbieter stehen in den Startlöchern
Spannend ist auch, dass es nicht bei DJI und Insta360 bleiben könnte. Berichten zufolge arbeitet Vivo ebenfalls an einer eigenen Gimbal-Kamera mit 3-Achsen-Stabilisierung. Als mögliche Stärken werden eine Partnerschaft mit Zeiss, eigene Bildverarbeitungschips und Erfahrung mit Gimbal-Technik aus dem Smartphone-Bereich genannt. Außerdem soll auch Oppo ein ähnliches Projekt für 2026 planen.
Unterm Strich zeigt sich: Das Segment der kompakten Gimbal-Kameras wird 2026 voraussichtlich deutlich umkämpfter. Für DJI wird es damit nicht nur wichtig, die Pocket 4 endlich zu liefern, sondern sie auch klar und überzeugend gegen neue Konkurrenz zu positionieren.




