Das Canon RF 300–600mm taucht wieder in Gerüchten auf
Das seit Langem erwartete Supertele-Zoom von Canon mit einer Brennweite von 300 bis 600 Millimetern sorgt erneut für Gesprächsstoff. Offenbar wird weiterhin aktiv an einem entsprechenden Objektiv für das RF-System gearbeitet. Bei einem internen Händler-Treffen soll das Objektiv zuletzt wieder erwähnt worden sein – einen festen Termin für eine offizielle Vorstellung gibt es aber weiterhin nicht. Auffällig ist dabei: Statt konkreter zu werden, bleibt es erneut bei einer vagen Zeitangabe, die sinngemäß auf „irgendwann im Jahr 2026“ hinausläuft.
Zwei mögliche Versionen: variable oder konstante Blende
In den Spekulationen sind weiterhin zwei unterschiedliche Ausrichtungen im Umlauf. Zum einen steht ein 300–600mm aus der L-Serie mit Bildstabilisator und variabler Lichtstärke im Raum (also eine Blende, die sich über den Zoombereich verändert). Zum anderen wird über eine Variante mit durchgängiger Blende von f/5.6 diskutiert, die zusätzlich mit einem modernen Autofokus-System auf Basis eines Voice-Coil-Motors (VCM) arbeiten könnte.
Gerade diese zweite Option gilt vielen Beobachtern als die wahrscheinlichere. Ein VCM-Antrieb wäre in diesem Objektivsegment für Canon ein bemerkenswerter Schritt und würde gut zum generellen Trend passen, fortschrittliche Fokustechnologien aus aktuellen Premium-Festbrennweiten zunehmend auch in Zoomobjektive zu bringen.
Hinweise auf ein leichteres Design – mit DO-Technologie?
Spannend ist außerdem der Hinweis, dass das Objektiv leichter ausfallen könnte als zunächst erwartet. Ein möglicher Grund dafür wäre der Einsatz diffraktiver Optik (DO). Diese Linsentechnologie kann helfen, Baugröße und Gewicht zu reduzieren, weil bestimmte Abbildungsfehler – etwa chromatische Aberrationen – mit weniger oder kompakteren Glaselementen korrigiert werden können als bei klassischen Konstruktionen.
Canon hat mit DO bereits in der Vergangenheit Erfahrung gesammelt, unter anderem bei älteren EF-Superteleobjektiven. Vergleichbare Ansätze sind auch bei anderen Herstellern bekannt, die ähnliche Technologien nutzen, um lange Brennweiten handlicher zu machen.
Timing vor großen Sportevents denkbar
Strategisch könnte eine Präsentation im Umfeld großer Sportereignisse Sinn ergeben – etwa als (Vorab-)Ankündigung vor einem internationalen Fußballturnier im Sommer. Selbst wenn es noch keine vollständige Markteinführung ist, wäre zumindest eine offizielle Entwicklungsankündigung realistisch, um Sport- und Naturfotografen frühzeitig anzusprechen.
Positionierung im RF-Line-up
Ein 300–600mm-Zoom würde im RF-System eine interessante Lücke schließen: Es läge als flexibles Supertele zwischen dem bereits beliebten 100–500mm-Zoom und den deutlich spezialisierteren (und in der Regel wesentlich kostspieligeren) Supertele-Festbrennweiten. Genau diese Kombination aus Reichweite und Zoom-Flexibilität macht die Brennweitenklasse besonders attraktiv – vor allem für Wildlife, Action und Sport.




