Ende des vergangenen Jahres hat Sony mit der Vorstellung der A9 III für viel Gesprächsstoff gesorgt. Es handelt sich um die erste spiegellose Systemkamera mit Global-Shutter-Sensor. Die Technik wurde zwar vielerorts gelobt, war für viele Interessierte jedoch vor allem wegen der hohen Einstiegshürde eher ein Ausblick in die Zukunft als eine realistische Option für den Alltag.
Kommt eine Canon-Kamera mit Global Shutter ab Ende 2025?
Schon seit einiger Zeit gibt es Hinweise aus dem Umfeld von Canon, dass das Thema Global Shutter intern eine Rolle spielt – insbesondere mit Blick auf die Bildqualität, die bei dieser Sensortechnologie traditionell eine Herausforderung sein kann. Entsprechend naheliegend ist die Annahme, dass Canon an Lösungen arbeitet, um typische Schwächen wie Dynamikumfang oder Empfindlichkeit besser in den Griff zu bekommen.
Gerüchte aus als gut eingeschätzten Quellen deuten darauf hin, dass Canon tatsächlich eine Kamera mit Global-Shutter-Sensor plant. Ein möglicher Zeitraum, der dabei genannt wird, ist frühestens Ende 2025. Interessant ist vor allem ein weiterer Aspekt: Die Technik könnte nicht ausschließlich einer absoluten High-End-Profilinie vorbehalten sein, sondern in einer Modellreihe landen, die in größeren Stückzahlen verkauft wird – also potenziell in einem Bereich, der deutlich mehr Nutzerinnen und Nutzer erreicht.
Global Shutter zuerst in APS-C?
Eine plausible Strategie wäre, Global Shutter zunächst in einem APS-C-Modell einzuführen. APS-C-Kameras gelten häufig als attraktiver Einstieg für ambitionierte Foto- und Video-Enthusiasten und bieten gleichzeitig Spielraum, neue Technologien zu etablieren, ohne sofort in der absoluten Profi-Vollformatklasse antreten zu müssen.
Rund um kommende APS-C-Neuheiten wird schon länger spekuliert, unter anderem über ein mögliches Nachfolgemodell einer etablierten APS-C-Kamera. In diesen Diskussionen ist allerdings meist eher von einem gestapelten Sensor (Stacked Sensor) die Rede. Genau hier könnte Canon ansetzen: Ein APS-C-Modell mit Global Shutter, positioniert für fortgeschrittene Hobbyfotografen und Videografen, würde einerseits Innovation zeigen und andererseits das APS-C-System insgesamt aufwerten.
Auch in eine größere Systemstrategie könnte das passen: APS-C attraktiver machen, das Objektivangebot verbreitern und insgesamt mehr Nutzerinnen und Nutzer im System halten – insbesondere jene, die schnelle Motive, Action oder Video mit anspruchsvollen Anforderungen aufnehmen.
Was bringt ein Global-Shutter-Sensor – und wo liegen die Nachteile?
Der größte Vorteil eines Global Shutters liegt darin, dass der Sensor die gesamte Fläche gleichzeitig belichtet. Dadurch wird der sogenannte Rolling-Shutter-Effekt vermieden, bei dem sich schnelle Bewegungen oder Schwenks sichtbar verziehen können. Wer Sport, Action, Tiere, Motorsport oder dynamische Videoaufnahmen macht, kennt diese Artefakte – und würde von einem Global Shutter besonders profitieren.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Blitzsynchronisation wird deutlich flexibler, da grundsätzlich bei allen Verschlusszeiten synchronisiert werden kann. Zudem können Probleme wie Flimmern oder Banding unter bestimmten Kunstlichtquellen seltener auftreten bzw. besser kontrollierbar sein.
Auf der anderen Seite stehen typische Nachteile dieser Technologie. Global-Shutter-Sensoren bringen häufig einen höheren Basis-ISO-Wert mit sich und können beim Dynamikumfang gegenüber klassischen oder gestapelten Sensoren im Nachteil sein. Genau deshalb ist es so spannend, ob und wie Canon diese Punkte bei einer eigenen Umsetzung verbessern kann.
Für wen wäre das besonders interessant?
Sollte Canon tatsächlich eine (bezahlbarere) Kamera mit Global Shutter auf den Markt bringen, wäre das vor allem für alle spannend, die regelmäßig schnelle Bewegungen fotografieren oder filmen: Sport, Reportage, Events, Action und Video mit schnellen Schwenks. Gleichzeitig könnte eine solche Kamera auch für kreative Blitzfotografie neue Möglichkeiten eröffnen.
Ob Canon diesen Schritt wirklich schon Ende 2025 geht und in welcher Kameraklasse die Technik zuerst landet, bleibt abzuwarten – das Thema dürfte aber in den kommenden Monaten deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen.




