Kostenpflichtige Gitternetzlinien: Canon zieht nach
Nach Sony und Panasonic greift nun auch Canon den Trend auf, bestimmte Anzeige- und Kompositionshilfen als kostenpflichtiges Upgrade anzubieten. Canon hat dafür eine neue Funktion angekündigt, die zunächst nur in den USA verfügbar sein soll.
Worum geht es beim „Cropping Guide“?
Die Funktion, die Canon „Cropping Guide“ nennt, richtet sich vor allem an Anwenderinnen und Anwender, die gleichbleibende Bildaufbauten benötigen – etwa bei standardisierten Porträts, wie sie beispielsweise in Schulen oder bei wiederkehrenden Fototerminen entstehen.
Mit individuell anpassbaren Gitternetzlinien lassen sich Hilfslinien einblenden, die bei der Positionierung im Bild unterstützen können, etwa zur Orientierung an Kinn, Stirn oder Ohren. Zusätzlich können gängige Druckformate als Rahmen angezeigt werden, damit die Bildkomposition bereits beim Fotografieren so angelegt wird, dass späteres Zuschneiden und Ausgeben in verschiedenen Formaten leichter und konsistenter gelingt.
Unterschied zu anderen Herstellern: Update nur über den Service
Ein bemerkenswerter Punkt ist die Art der Bereitstellung: Für dieses Upgrade muss die Kamera bei Canon an ein Servicezentrum geschickt werden. Das unterscheidet sich von anderen Lösungen am Markt, bei denen entsprechende Funktionen häufig per Firmware-Update oder über eine Software freigeschaltet werden.
Derzeit nur für bestimmte APS-C-Modelle
Aktuell ist der „Cropping Guide“ nur für ausgewählte APS-C-Kameras vorgesehen, konkret für die EOS R7, R10 und R50. Für Canons Vollformat-Modelle ist diese Erweiterung momentan nicht verfügbar. Ob und wann weitere Kameras unterstützt werden, bleibt offen.
Start in den USA – später weltweit?
Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Funktion ausschließlich für den US-Markt kommuniziert. Denkbar ist, dass Canon den Dienst dort zunächst testet, bevor eine Ausweitung auf andere Regionen erfolgt.
Wie sinnvoll sind kostenpflichtige Funktions-Updates?
Spannend bleibt die grundsätzliche Frage, wie dieser Trend zu bewerten ist: Sollten Hersteller zusätzliche Funktionen nachträglich gegen Aufpreis anbieten – oder gehört so etwas aus eurer Sicht grundsätzlich zum Leistungsumfang einer Kamera?



