Der Wettlauf um immer höhere Megapixelzahlen ist noch längst nicht entschieden. Canon hat kürzlich die Entwicklung eines 35-mm-Vollformat-Sensors mit beeindruckenden 410 Megapixeln bekanntgegeben. Ob diese Technik tatsächlich in künftigen Systemkameras für Fotografen landet, ist allerdings offen – zumal Canon bislang noch keine Vollformat-DSLM mit 100 Megapixeln im eigenen Line-up platziert hat.
Wahrscheinlicher Einsatz: Industrie statt klassische Fotokamera
Aktuell wirkt es plausibler, dass ein Sensor dieser Klasse vor allem in spezialisierten, industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt – etwa in Bereichen wie Medizintechnik, Dokumentation, Analyse oder Überwachung. In klassischen Fotokameras könnte eine derart extreme Pixeldichte zudem neue Herausforderungen mit sich bringen, zum Beispiel in Form von Artefakten oder anderen Bildfehlern, die sich aus der Sensor- und Signalverarbeitung ergeben können.
24K-Auflösung und enorme Reserven für Ausschnitte
Mit einer Auflösung auf 24K-Niveau liefert der Sensor eine Bildgröße von 24.592 × 16.704 Pixeln. Das bedeutet: ein Vielfaches von Full HD und deutlich mehr als 8K. Der praktische Nutzen liegt vor allem in der enormen Detailreserve – etwa, wenn man starke Ausschnitte nutzen oder große Motive extrem fein auflösen möchte, ohne dass die Bildqualität sofort sichtbar einbricht.
410 Megapixel im Vollformat: ungewöhnlich, aber technisch reizvoll
Solche Megapixelregionen kennt man normalerweise eher aus dem Mittelformat. Canon bringt diese Auflösung jedoch in das 35-mm-Vollformat, was grundsätzlich die Nutzung mit gängigen Vollformat-Objektiven aus dem System ermöglicht.
Damit ein so hochauflösender Sensor nicht an der Datenmenge scheitert, setzt Canon auf moderne Sensorarchitektur. Genannt werden unter anderem eine rückseitig belichtete, gestapelte Bauweise sowie ein überarbeitetes Schaltungslayout, um die Auslesegeschwindigkeit und Verarbeitung zu verbessern.
Geschwindigkeit, Serienbilder und Pixel-Binning
Auch bei der Performance zeigt der Sensor beachtliche Werte: Canon spricht von einer sehr hohen Ausleseleistung pro Sekunde und einer Serienbildfunktion mit bis zu acht Bildern pro Sekunde. Zusätzlich ist eine Vier-Pixel-Binning-Funktion vorgesehen, die mehrere Pixel zusammenfasst, um die Lichtempfindlichkeit zu erhöhen und hellere Ergebnisse zu ermöglichen. Auf dieser Basis sollen sich beispielsweise Videos mit 100 Megapixeln bei 24 Bildern pro Sekunde realisieren lassen.
Kommt so ein Sensor irgendwann in einer EOS-R-Kamera?
Spannend bleibt vor allem die Frage, ob ein 410-Megapixel-Vollformatsensor irgendwann den Weg in eine „normale“ spiegellose Kamera findet – oder ob es bei Industrie- und Speziallösungen bleibt. Würde euch eine Kamera mit einer derartigen Auflösung reizen? Und wofür würdet ihr die riesige Detailreserve tatsächlich nutzen?




