Ihr mögt den charakteristischen Look klassischer Leica-M-Objektive, hättet im Alltag aber gern den Komfort eines modernen Autofokus? Genau dafür ist ein neuer Adapter gedacht, der Leica-M-Optiken mit Canons spiegellosen RF-Kameras kombinieren soll – inklusive motorisiertem Fokussieren.
Autofokus kommt aus dem Adapter – nicht aus dem Objektiv
Der Adapter setzt auf einen motorisierten Helikoid-Mechanismus. Statt das Objektiv selbst umzubauen oder aufwändig zu modifizieren, bewegt der Adapter das angesetzte Leica-M-Objektiv minimal vor und zurück, um die Schärfe zu finden. Damit das funktioniert, muss das Objektiv auf „Unendlich“ gestellt werden.
Laut Hersteller soll so mit praktisch jedem Leica-M-Objektiv ein „echter“ Autofokus möglich sein. Vergleichbare Lösungen gibt es bereits für andere spiegellose Systeme – hier steht nun speziell das Canon-RF-Bajonett im Fokus.
Integration in Canons Autofokus-System
Der Adapter soll eng mit dem Autofokus der Canon-Kameras zusammenarbeiten. Genannt werden Funktionen wie Augen- und Gesichtserkennung, Motivverfolgung sowie kontinuierlicher Autofokus, die über die Kamera gesteuert werden.
Zusätzlich sind elektronische Kontakte vorgesehen, um EXIF-Daten zu übertragen. Wo es technisch passt, soll auch die Blendensteuerung über die Kamerabedienung möglich sein.
Alltagstauglichkeit: Umschalten, Makro-Funktion und robuste Bauweise
Für die Praxis ist ein schneller Wechsel zwischen manuellem Fokus und Autofokus per Schalter vorgesehen. Darüber hinaus soll es Modi geben, die speziell für „Makro“ und „Unendlich“ ausgelegt sind, um den Einsatzbereich zu erweitern.
Da motorisierte Adapter bei schwereren Objektiven manchmal zu Spiel oder Wackeln neigen können, wird eine besonders stabile Konstruktion betont, die auch mit größeren Leica-M-Objektiven zuverlässig sitzen soll.
Auch interessant für weitere Altglas-Setups
Spannend ist außerdem die Aussage, dass der Adapter „stacking-fähig“ sein soll. Das bedeutet: Es lassen sich unter Umständen weitere Adapter dazwischen einsetzen (zum Beispiel für andere Objektivanschlüsse), ohne dass die Autofokus-Funktion grundsätzlich verloren geht. So könnten auch andere ältere Objektive mit zusätzlicher Adapterkette an einer RF-Kamera nutzbar werden – mit dem Adapter als motorisierter Fokus-Einheit.
Realistische Erwartungen: Komfortgewinn statt High-End-AF
So attraktiv die Idee ist: An Präzision und Geschwindigkeit nativer Canon-RF-Objektive wird eine solche Lösung voraussichtlich nicht herankommen. Trotzdem kann der Zugewinn an Komfort groß sein – besonders für alle, die den speziellen Bildcharakter von Leica-M-Objektiven mögen, aber bei Porträts, Reportagen oder spontanen Situationen nicht ausschließlich manuell fokussieren möchten.
Gerade weil Leica-M-Objektive oft sehr kompakt und leicht sind, kann die Kombination aus kleinem Setup und Autofokus-Unterstützung für viele Fotografierende ausgesprochen reizvoll sein.
Verfügbarkeit
Der Verkaufsstart ist für Mai 2026 angekündigt. Ein offizieller Preis wurde für dieses Modell zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht genannt.
Welche Leica-M-Linse würdet ihr als Erstes an einer Canon-RF-Kamera mit Autofokus ausprobieren?




